#TV #Sat1.Ein (einseitiges) Plädoyer für #Marco_W.

Dieser Film will uns überrumpeln! Die SAT1-Produktion "Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis" ist in allen sicht-und hörbaren Facetten angelegt als Parteinahme für den heute 19jährigen Marco W., der wegen des Vorwurfs , am 11. April 2007 im Urlaubsort Antalya nach einem Discoabend eine 13jährige Britin vergewaltigt zu haben , 247 Tage in türkischer Untersuchungshaft verbringen musste. Die Folge war ein Medienspektakel , und genauso schlagzeilenartig einseitig skizziert der Spielfilm, der in Deutschland am Dienstagabend fast 5 Millionen Zuschauer hatte, die angesichts der schleppenden Ermittlungstätigkeit der türkischen Justiz schier aussichtslose Lage des Angeklagten. Ein endlos auf und abwabbernder Musikteppich begleitet die drastischen (übrigens auf Malta gedrehten) Bilder von auf engstem Raum zusammengepferchten Gefängnisinsassen. Mitten drin der ratlose und verängstigte Marco W., sensibel gespielt von Vladimir Burlakov: ein junger Mann, der, das will der Film uns vermitteln, in eine Zärtlichkeitsfalle getappt ist. Das Mädchen hatte sich ihm gegenüber als 15 jährige ausgegeben ; das Ergebnis der gynäkologischen Untersuchung brachte keinen Hinweis auf eine Vergewaltigung. Gerecht ist dieser hochemotionale Spielfilm ebenso wenig wie die vom türkischen Gericht in Abwesenheit des Angeklagten verhängte Bewährungsstrafe, denn das Schicksal des „Opfers“ bleibt ausgeblendet und wurde erst in der anschließenden Semi-Dokumentation halbwegs kritisch gewürdigt. Beide jungen Leute, das britische Mädchen und Marco W. haben böse Erfahrungen gemacht, die ihr künftiges Leben und die Einstellung zu Partnerschaft und Sexualleben negativ beeinflussen werden. Weniger Medien-Aufmerksamkeit täte jetzt beiden sicher gut.

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