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Eugène Ionesco: Wie man Träume am Schwanz packt

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„Stuttgarter Nachrichten“, Feuilleton, Mittwoch, 1. Dezember 1982
Welturaufführung in Basel: „Reise zu den Toten“ von Eugène Ionesco


Von Günter Verdin

Am vergangenen Freitag ist der „Einzelgänger" Eugène Ionesco siebzig Jahre alt geworden. Menschen in diesem Alter sollen, hört man, schon hin und wieder etwas vergessen. Ionesco hat vergessen, aus seinen Altersweisheiten über existentielle Fragen, unter die er die Traumgrenze zieht, ein Stück zu machen. Mehr als eine Bilderfolge ist „Reise zu den Toten“, im Basler Stadttheater welturaufgeführt, nicht geworden. Wie so oft hat der in Frankreich lebende rumänische Schriftsteller bereits veröffentlichtes Gedankenmaterial („Heute und gestern, gestern und heute“, Tagebuch) dramatisiert, in diesem Fall traumatisiert.
Die wesentlichen Fest- und vor allem Fragestellungen zum Phänomen unseres Lebensendes scheint Ionesco bereits in „Der König stirbt“ deponiert zu haben: „Mein Tod ist unzählbar. So viele Welten sterben in mir.“ Oder: „Sterben…