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Es werden Posts vom September 15, 2014 angezeigt.

Entwurf zu einem #Kaffeehaus-Roman

Von Günter Verdin

Bild
(Foto: Helmut Bertl)


Beginn: eine Schale duftenden Kaffees. Ein unbeschreiblicher Duft. Das erspart eine Menge Arbeit.
Oder: ein immens fescher junger, sehr braungebrannter blonder Kellner flirtet mit einer in aller Unschuld dem ersten Mal entgegenfiebernden brünetten, rehäugigen Amerikanerin: er schüttet ihr den Kaffee über die Jeans, wodurch die aufgekeimte heiße Liebe etwas durchaus Abgebrühtes erfährt.
Spätestens jetzt: Ortsbeschreibung. Authentischer Jugendstil, Arkaden und Lichthof im venezianischen Palais, oder die beschwingte Inselhaftigkeit einer Salzach-Terrrasse. Viel Architektur, auch dort, wo die Architektur an der Zeit nagt. Man sitzt auf Thonet-Kopien (Spannung beschreiben zwischen Nachgemachtem, einer jungen Frau, die sich ungeniert frisch macht, und einem frischgemachten Apfelstrudel).
Und nun die Menschen: einer, der nur tut, und einer, der nie durchhält, und einer, der nicht mehr kann, tauschen Erfahrungen aus. Moosbrugger sitzt im Kaffeehaus, stürzt einen schw…